De Linux for Audio Pro
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Warum Linux für Audio Pro?
Das klassische DAW Konzept und virtuelle Klangerzeugung: Das ist der Standard heutiger Studios und wurde, beginnend mit dem Commodore64, gefolgt von Atari und Mac und später auf dem PC, heute weit in den Hobby und Semi Musikproduktionsbereich verbreitet. Audio ist auf allen Plattformen heute so weit entwickelt, das man für vergleichsweise wenig Geld Hardware bekommt, deren Werte noch vor kurzen Referenzklasse hochgezüchteter HighTech Studios waren.
ASIO - Die DAW des normalen Musikers
Mit ASIO konnte Steinberg 1997 einen propitären QuasiStandard setzen, der sich auf sehr breiter Basis durchsetzen konnte. So wurde es auf PCs und PowerPCs möglich, jenseits von hochprofessionellen Speziallösungen wie ProTools, hochkomplexes Echtzeit Audioberechnungen vorzunehmen. Die Entwicklung der Hardware begünstigte diese Entwicklung. Steinberg brachte auch das VST-SDK, was man zu Entwicklung von VST-Instrumenten (Synthesizern, Samplern) und VST Effekten (Hall, Kompressor, usw) geschickterweise gratis an den Mann. So gibt es heutzutage eine fast unübersehbare Menge an Plugins, gute Hosts kosten auch nicht mehr die Welt. So machte zB die bekannte Audiofirma "Mackie" im Dezember 05 den Sequenzer "Tracktion" bekannt, in dem in einer Promoaktion Lizenzen verschenkt wurden. Mit ein paar freewareplugins hatte man damit eine ausreichende Umgebung zur (Vor)Produktion von Musik.
Marktführer
Bisherige Markführer sind ganz klar Cubase SX/Nuendo von Steinberg und Logic, mittlerweile von Apple. Steinberg bietet sein Produkt für MacOS X und XP an, während Apple nach dem Kauf von "emagic" Logic zu einem i-produkt gemacht hat, was freilich nur auf MacOs X läuft.
Beide "Grossen" stehen sich in Funktionen und Features nichts nach - wobei es hier und da, bedingt durch die ewige Konkurrenz einen Run auf immer neue Features mal kleine Unterschiede gibt, der aber am Ende im zu Kosten der User gehen- sie bezahlen mit Nerven, Bugs und echtem Geld.
Anderseits haben sich neben den Boliden auch andere und neue Softwarekonzepte durchsetzen können: Ableton Live vermittelte einen völlig neuen Umgang mit Audio als etwas elastisches: Propellerheads Reason brachte das klassische HardwareRack Konzept auf den Screen und verbindet sich via Rewire mit anderen Hostprogrammen. Aber auch kleinere Lösungen, wie "Fruity Loops" oder Orion Pro, sind mittlerweise stabile, featurereiche Werkzeuge, die sogar von Profis genutzt werden. VST Plugins gibt mittlerweise als fast selbstspielende Band (groove Agent, Virtuel Guitarist, Virtuel Basisst, Hypersonic). Die Berliner Firma Native Instruments hat inzwischen die Gitarristen mit der perfekten Ampsimulation GutarRig an Midi+Computer herangeführt. Audio funktoniert auf MacOs X und Windows XP heutzutage hervoragend und in einer Qualität, die vor ein paar Jahren als unereichbare Profiqualität galt.
Der Software-Crack
Eine grosse Schattenseite für die Softwareindustrie ist auf dem PC Sektor die weite Verbreitung von Cracks. Viele kleine Studios und Musiker beginnen heute damit, sich diese geknackten Produkte zu installieren und damit erste Produktionen zu fahren: Teils aus permanenten Geldmangel, was für Künstler ja normal ist, anderseits aus Unwissenheit, das es auch Legal geht. Sehr beliebt ist auch der Spruch, das man ja auf Linux keine Musik machen kann und dann sein Crack-Windows hochfährt um Programme im Wert von 5000€ zu benutzen., ohne dafür bezahlt zu haben. Aber das machen ja alle so.
Ich will darüber nicht moralisch urteilen, darum geht es nicht. Aber es ist wirklich dumm sich nicht nach anderen, freien Möglichkeiten umzusehen: Je mehr Menschen freie Software benutzen, desto motivierter sind die Entwickler - je mehr Feedback, desto mehr Features. Das benutzen von Cracks schadet somit nicht nur der kommerziellen SoftwareIndustrie, sondern auch der freien Software. Und: Die SoftwareIndustrie wird in Zukunft Lizenzverstösse mehr verfolgen, bessere Erfassungssysteme werden registrieren was man bezahlt hat (DRM), die Rechte des Users werden immer besser verwaltet und letztlich eingeschränkt, wenn das Geld fehlt. Das hört sich paranoid an?
Das Geld fehlt nicht nur den armen Musikern, wo man ja noch ein Auge zudrückt. Die freien Kultur und Jugendbildungsträger haben durch Geldmangel oft überhaupt keine Möglichkeit, zeitgemässe Lern und Forschungsumgebungen zu bieten und werden darüberhinaus vereinzelt mit Lockangeboten an propitäre Konzepte gebunden, die Werbecharakter haben und nur oberfächig betrachtet wie Gutmenschentum ausehen (Schulen ans Netz)
Jack -Audio auf Linux bekommt Beine
Paralell, zur Entwicklung von ASIO und CoreAudio, von den Musikern weitgehend unbeachtet hat sich nämlich auf Linux mit JACK eine Audioschnittstelle gebildet, die ASIO und CoreAudio von den Features her locker abhängt. Linux Thorwalds selber sagt zwar noch vor ein paar Jahren, "das wenn man Audio mit Unix machen will, soll man doch MacOs X nehmen (das eine hervoragende native LowLatency hat), Linux sei da nicht zu geeignet."
Jack jedesfalls läuft schon ganz gut auf Linux und auch bei den Audio-Programmen hat sich die letzten Jahren viel getan. Linus muss nicht immer recht haben, ohne respektlos zu sein ;) aber mit Ardour, MusE, ZynAddSubFX uvm und den vielversprechenden neuen Projekten LinuxSampler und wired schliesst Linux zu Windows und MacOs X auf. Und bietet mehr.
AudioLinux, der Meta-Sequenzer
Wenn mich jemand fragt: "Hat Linux auch Cubase oder Logic" muss ich verneinen. Klar, es gibt Programme, die ansatzweise in die Richtung gehen, aber im einzelnen sind sie längst nicht so ausgreift. Aber die lassen sich heute schon alle gemeinsam durch die Multiaudioschnittstelle jack alle Programme zusammen nutzen und syncronisieren. Sicher -Ardour kann kein Midi -Dafür ist dann aber rosegarden gut. Und die laufen dann zusammen wie ein Sequenzer. Alles ist frei verkabelbar. Es gibt keine Grenzen ausser die im Kopf. Und so bietet Audio Linux schon heute mehr als Cubase oder Logic es können: Eine Umgebung in der wirklich kühnste Softwareträume wahr werden können, die aber ganz pragmatisch und anwenderorientiert funktioniert.
Die Entwicklung geht in Riesenschritten. Jedes Programmupdate bedeutet oft mehr Stabilität oder neue Features. Dauernd kommen neue Audioprogramme. Manch einer munkelt schon "Die sollen doch mal lieber ihre Energie bündeln und einen AudioMidi-Boliden, der Cubase wegfegt, programmieren und das nicht so zersplitten. "
Das ist eine Sicht.
Ich denke das wenn QJackCtrl einen Total-Recall Button hätte, der alle an einer Session beteiligten Programme öffnet, speichert und schliesst, dann hört das Gemecker auf. Dann ist nämlich das kleinste Jack-fähige Progrämmchen ein feature in einem LinuxMetaSequenzer. (was es ja jetzt schon ist, nur leider noch ohne diesen Total Recall Button). Klar: Ein Linux Audio System ersetzt noch keine MS/Apple Produktionsmaschine, aber ergänzt jetzt schon und hat ein Potentiall, in naher Zukunft richtig "amtlich" genutzt werden zu könnnen.
Aber wie schon an anderer Stelle gesagt: Das geht nur wenn man das Potential nutzt: Das gilt für den User, der statt eines 3. Windows mal Linux installiert, den Programmierer der sich über die Einsschränkungen des VST SDK ärgert und mal einen Blich auf die LADSPA und Jack Entwicklung werfen könnte. Potential entfalten, indem man nutzt, was eh reichlich da ist.

