De Warum SuSE fuer AudioPro
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Montag, 09 Mai 2005
Weil Linux ein vielversprechendes und freies System ist, haben sich einige entschlossen, die Audioentwicklung unter Linux massiv zu fördern und kommerziell zu nutzen. Es gibt heute Systeme wie Muse Receptor die diskret unter Linux laufen, wo es kein Problem ist Windows VST-plugins mit Hilfe von Wine zu nutzen. Ein anderes Beispiel ist die sehr professionelle Lionstrack Mediastation. Auch moderne Synthesizer-Boliden wie der Neuron und Korgs neustes Flaggschiff Oasys werden intern unter Linux betrieben.
Andere fördern die Entwicklung in dem sie spezielle Audiodistributionen entwickeln wie aGNUla DeMuDi oder die Universität Stanford mit "planet CCRMA" und auf Servern als Installationspakete oder CD-Abbilder hinterlegen.
SuSE Linux ist die in Deutschland weit verbreitetste Linuxdistribution mit einer hohen Benutzerakzeptanz. SuSE wurde, trotz erfolgreicher Bilanzen 2004 an den amerikanischen alternden Netzwerkriesen Novell als "Frischzellenkur" verkauft. SuSE Linux ist eine der in der Installation und Benutzerführung fortschrittlichsten Linuxe. Es hat inzwischen eine so hohe Hardwareunterstützung, das quasi jedes X86-basierte Computersystem unterstützt wird. Auch im Multimediabereich ist Suse führend, wobei allerdings linzensbedingte Einschnitte im Consumer-DVD Bereich gemacht werden müssen.
Eine SuSE Linux 9.2 ftp/dvd-Version kann, einigermassen aktuelle Hardware vorausgesetzt, schon kurz nach der Installation als Mehrspurfähiges Recordingsystem mittels ALSA (der Audiotreiber) Jack (Das Echtzeitsystem) und Ardour (Eine klassische DAW Software) eingesetzt werden. Da merkt man, das einige Hauptentwickler für ALSA auf der Gehaltsliste von Novell stehen. was aber der ganzen Linux Community zugute kommt.
Der typische "Linux-Geek" (benutzt Debian oder Gentoo, kompiliert den Kernel selbst, hasst KDE usw) freilich neigt häufig dazu, SuSE Linux als "Nürnberger Windows" zu verteufeln und den innewohnenden Kernel als verfettet zu betrachten. Der einfache Benutzer jedoch ist froh, das er hier nicht erstmal den Kernel kompilieren muss, um Fernzusehen, Dualmonitor Unterstützung zu haben oder mal eben einen Echtzeitsynthesizer mit Jack zu starten. Auch findet der Benutzer hier eine schöne übersichtliche grafische Umgebung vor.
Ich habe eigentlich alle aktuellen Distributionen getestet, aber auf meinem angepeilten System läuft SuSE Linux am besten, liess sich am leichtesten installieren usw. Das hört sich vielleicht ein wenig zu Dau-mässig gedacht an: Aber wenn die Installation schon einen schon überfordert, wie soll man dann überhaupt Spass mit Linux haben: Und nicht jeder ist ein geek... gerade zum Beispiel Musiker können zwar als Anwender ganz toll mit Musikprogrammen umgehen, aber sie sind schlechte Adminstratoren. DAUs quasi.
Es gibt in Deutschland eine Internetcommity www.linux-club.de, die sich mit kompetenten freien Support für SuSE Linux einen Namen gemacht haben. Hier wird Suse Linux mit Features wie APT (dem von Debian bekannten Software Distributionssystem zu leichten installieren und updaten von neusten Software Paketen) angereichtert. Verbesserte Kernels und jede Menge Anleitungen Tipps und Austausch, sind dort zu finden in dieser stetig wachsenden online-Gemeinschaft.
Als ich mich entschied, ernsthaft mit SuSE Linux im AudioPro Bereich zu arbeiten, bemerkte ich, das die Basis zwar schon da ist, aber viele Pakete fehlen oder veraltet sind. Zum Gück war es zum Teil ein leichtes mit YaST, Pakete von planet ccrma oder Thac zu installieren, aber ein Problem löste das nicht: Das MusE, der vielversprechende Sequenzer mit Softsynth und sogar VST unterstürzung) nicht funktionierte. Ich fand über Umwege heraus, das das ein spezielles Suse Kernel Problem ist. Der Linux-Club half mir bei der Lösung dieses Problems. Dort wurde dann auch die Idee eines APT-Repositorium geboren, das sich auf diese Audioprogramme spezialisiert.

